Eine Bräune mag zwar wie ein „gesunder Teint“ wirken, ist aber tatsächlich ein Zeichen dafür, dass die Hautzellen geschädigt werden. Beim Bräunen, ob in der Sonne oder im Solarium, reagiert die Haut empfindlich auf UV-Strahlung. Diese Schädigung ist die Ursache für all die feinen Linien, Falten und die mit der Zeit sichtbare Hauterschlaffung.
Wenn Sie sich fragen, ob Bräunen zu sichtbaren Zeichen der Hautalterung beitragen kann, sind die Auswirkungen möglicherweise gravierender als Sie denken. Hier erfahren Sie genau, wie es dazu kommt und was Sie dagegen tun können.
Wichtigste Erkenntnisse
- UVA-Strahlen sind eine Hauptursache für Falten, da sie tief in die Haut eindringen und nach und nach Kollagen und Elastin schädigen.
- Kurze oder gelegentliche Sonnenexposition kann zu kumulativen Hautschäden führen und mit der Zeit vorzeitige Hautalterung begünstigen.
- Bräunungsfalten lassen sich vorbeugen und verbessern. Sonnenschutz und eine gute Hautpflege können weitere Schäden verlangsamen.
Was passiert mit Ihrer Haut beim Bräunen?
Die Haut wird durch ultraviolette (UV-)Strahlung zur vermehrten Melaninproduktion angeregt. Melanin ist das Pigment, das der Haut ihre Farbe verleiht. Melanozyten sind spezialisierte Hautzellen, die Melanin produzieren und an benachbarte Hautzellen weitergeben. Daher bräunt die Haut bei Sonneneinstrahlung.
Bräunung ist tatsächlich eine Schutzreaktion. Melanin absorbiert einen Teil der UV-Strahlung und trägt dazu bei, die Menge an UV-Strahlung zu reduzieren, die die DNA in den Hautzellen erreichen und schädigen kann. Eine Bräune bedeutet jedoch nicht, dass Ihre Haut vor UV-Schäden geschützt ist. Sie ist ein positives Zeichen dafür, dass die Haut bereits auf die UV-Bestrahlung reagiert hat.
Es gibt drei Arten von UV-Strahlung: UVA, UVB und UVC. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und stehen in engem Zusammenhang mit vorzeitiger Hautalterung. Übermäßige UVA-Strahlung kann zum Abbau von Kollagen in der Haut führen, was Falten, feine Linien und eine verminderte Hautelastizität zur Folge hat.
Die Wirkung von UVB-Strahlen beschränkt sich hauptsächlich auf die äußeren Hautschichten und verursacht vor allem Sonnenbrand. Sie können auch direkte Schäden an der DNA verursachen und ein wichtiger Faktor für ein erhöhtes Hautkrebsrisiko sein.
UVC ist die schädlichste Art von Strahlung, kommt aber im Allgemeinen in der Atmosphäre nicht vor.

Bräunung verursacht Falten
Wie Bräunung Falten verursacht
Die Haut verliert mit zunehmendem Alter Kollagen und Elastin, Proteine, die sie straff, glatt und elastisch machen; dadurch entstehen Falten. Dieser Prozess ist ein natürlicher Vorgang, der jedoch durch UV-Strahlung deutlich beschleunigt werden kann.
Diese durch UV-Strahlung verursachte Hautalterung wird als „Photoaging“ bezeichnet. Die Ursachen des Photoaging unterscheiden sich von denen der normalen Hautalterung und beruhen hauptsächlich auf wiederholter Sonneneinstrahlung, wodurch die Haut älter erscheinen kann, als sie tatsächlich ist. Häufige Anzeichen sind:
- Feine Linien und Fältchen treten früher auf als erwartet
- Raue, ledrige Haut
- Mangelnde Körperstruktur und -kraft
- Mischhautton mit dunklen Flecken und Pigmentierung
- Die Heilung und Erneuerung der Haut verläuft langsamer
Laut einer im Jahr 2009 auf PubMedaktiviert UV-Strahlung Enzyme, die Kollagen in der Haut abbauen können, wodurch es für die Haut schwieriger wird, den Verlust auszugleichen.
Eine in „Photochemistry and Photobiology“ veröffentlichte Studie berichtet, dass UV-geschädigte Zellen Signale an umliegende Zellen senden können, die einen zusätzlichen Kollagenabbau verursachen. Eine weitere Studie zum UV-induzierten Kollagenabbau ist in PubMed verfügbar.
Eine Bräune mag gesund aussehen, spiegelt aber tatsächlich UV-Strahlung wider. Wiederholte UV-Strahlung führt mit der Zeit zu kumulativen Hautschäden.
Wie sieht es mit Selbstbräunern und Bräunungspillen aus?
Nicht alle Bräunungsprodukte sind gleich.
Der Hauptbestandteil von Selbstbräunungspillen und -lotionen ist Dihydroxyaceton (DHA), der einzige von der FDA zugelassene Farbstoff, der zu diesem Zweck verwendet werden darf. DHA färbt die Haut bei Kontakt mit abgestorbenen Hautzellen dunkler, ohne dass ein UV-Schutz erforderlich ist. Das bedeutet, dass es weder zu vorzeitiger Hautalterung durch Licht beiträgt noch das Hautkrebsrisiko erhöht.
Selbstbräuner gelten im Allgemeinen als risikoarm; gelegentlich können jedoch allergische Reaktionen auftreten. Sie schützen die Haut jedoch nicht vor UV-Strahlung, daher sollte beim Aufenthalt im Freien weiterhin Sonnenschutzmittel verwendet werden.
Selbstbräunungspillen sind jedoch nicht von der FDA zugelassen und in den USA praktisch nicht legal erhältlich. Sie enthalten meist den Farbstoff Canthaxanthin und können bei manchen Menschen Augen- und Nierenprobleme verursachen. Diese Pillen sollten Sie auf keinen Fall zu sich nehmen.
Kann man durch Bräunung verursachte Falten rückgängig machen?
Wenn Ihre Haut durch Sonnenbaden bereits Falten aufweist, gibt es keine Behandlung, die diese Falten vollständig entfernt oder Ihre Haut in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Allerdings lassen sich Falten mildern und weitere Hautschäden vermeiden. Dies hängt von der Reaktion Ihrer Haut auf die Behandlung und dem Ausmaß der Lichtalterung ab.
Optionen für Zuhause
- Breitband-Sonnenschutz: Verwenden Sie täglich einen Breitband-Sonnenschutz, insbesondere im Freien, um sich sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlen zu schützen und weitere UV-Schäden zu reduzieren.
- Retinoidhaltige Cremes: Retinoide (wie Retinol und rezeptpflichtige Präparate) fördern die Hauterneuerung und die Kollagenproduktion. Bei regelmäßiger Anwendung können sie feine Linien mindern und das Hautbild verbessern.
- Vitamin C: Vitamin C ist ein Antioxidans, das dazu beitragen kann, umweltbedingte Hautschäden zu verhindern. Es kann außerdem die Kollagenproduktion anregen und Sonnenbräune mindern.
- Vitamin B3 (Niacinamid): Diese Form von Vitamin B3 kann die Hautbarriere stärken und möglicherweise zu einem ungleichmäßigen Hautton und Falten beitragen. Im Allgemeinen ist sie für die meisten Hauttypen gut verträglich.
Professionelle Behandlungen
Bei stärker ausgeprägter Lichtalterung können Dermatologen Behandlungen wie das Mikroneedling vorschlagen, bei dem kleine Nadeln verwendet werden, um den natürlichen Reparaturprozess der Haut zu aktivieren.
Chemische Peelings entfernen die äußeren, geschädigten Hautschichten und können die Pigmentierung und das Hautbild verbessern. Bei der Laserbehandlung wird kontrollierte Energie eingesetzt, um in die geschädigte Haut einzudringen und die Kollagenproduktion anzuregen.
Diese Behandlungen können das Erscheinungsbild sonnengeschädigter Haut verbessern, sind aber nicht immer wirksam. Am besten lassen Sie sich von einem erfahrenen Dermatologen beraten, insbesondere bei empfindlicher Haut oder ausgeprägten Falten.

Schütze deine Haut
Wie Sie Ihre Haut schützen können, ohne auf Sonnenzeit zu verzichten
- Breitbandiger Sonnenschutz: Vor Aktivitäten im Freien sollte Sonnenschutzmittel aufgetragen werden, um sich vor UVA- und UVB-Strahlen zu schützen.
- Bei Aufenthalt im Freien erneut auftragen: Häufig erneut auftragen, insbesondere nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen mit einem Handtuch.
- Schützen Sie sich: Tragen Sie leichte Schutzkleidung, einen breitkrempigen Hut und nach Möglichkeit eine Sonnenbrille.
- Vermeiden Sie unnötige ungeschützte Sonneneinstrahlung: Suchen Sie Schatten, wenn die Sonne am stärksten steht, und bleiben Sie möglichst oft im Schatten.
Fazit
Während Bräunung die Haut dunkler erscheinen lässt, kann übermäßige Sonneneinstrahlung den Abbau von Kollagen und Elastin beschleunigen und so zu vorzeitigen Falten, Linien und schlaffer Haut führen.
Glücklicherweise gibt es einige einfache Maßnahmen, mit denen Sie weitere Sonnenschäden minimieren können, wie z. B. die Anwendung von Breitband-Sonnenschutzmitteln und das Bedecken der Haut. Wenn Sie eine Bräune wünschen, ohne Ihre Haut schädlichen UV-Strahlen auszusetzen, können Selbstbräuner auf DHA-Basis eine temporäre Bräune ohne UV-Bestrahlung erzielen.
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2 Quellen
Wir werten veröffentlichte medizinische Forschungsergebnisse aus angesehenen Fachzeitschriften aus, um zu unseren Schlussfolgerungen über ein Produkt oder ein Gesundheitsthema zu gelangen. Dies gewährleistet höchste wissenschaftliche Genauigkeit.
[2] UV-induzierter Abbau von Kollagen I wird durch lösliche Faktoren vermittelt, die von Keratinozyten freigesetzt werden: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18173703/

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